Technische Analyse

Deutsche Bank: Im langfristigen Comeback

Die Aktie der Deutschen Bank ist ein technisches Musterbeispiel dafür, wie eine jahrelange Baissebewegung nach der Herausbildung einer Bodenformation in eine neue, jahrelange Haussebewegung umschlagen kann. Der Titel erreichte im Vorfeld der Finanzkrise (2008/2009) Kurse leicht über 92,00 Euro (Mai 2007), wobei zwischenzeitliche Kapitalmassnahmen berücksichtig sind. In der Folgezeit kam es parallel zur Entwicklung im europäischen Bankensektor zu mehreren Verkaufssignalen, die für die Etablierung einer jahrelangen Baissebewegung sorgten. Hierbei bildete sich ab dem Jahresende 2015 (Start bei 28,50 Euro; neue mittelfristige Widerstandszone) ein Baissetrend mit einem hohen Abwärtsmomentum heraus. Er endete erst parallel zur Corona-Gesamtmarktbaisse (Februar/März 2020) in einem technischen Sell-Off um 4,40 Euro. Dort ergab sich eine sehr schwankungsintensive, technische Bodenformation (charttechnische Form eines Diamanten). Zum Jahreswechsel 2020/2021 sprang der Titel dann mit einem Investmentkaufsignal (Kurse bei 8,50 Euro) sowohl aus dieser Bodenformation als auch aus dem beschleunigten Baissetrend heraus. Mit dem Rückenwind der ab Oktober 2022 einsetzenden Gesamtmarkthausse hat sich die Deutsche Bank, ausgehend vom Zwischentief bei 7,20 Euro, der mittel- und langfristigen Erholung des europäischen Bankensektors angeschlossen. Aus langfristiger technischer Sicht hat damit die Aufarbeitung der Baisse begonnen (von 2007 bis 2020). Diese neue Haussebewegung wird von der zentralen Haussetrendlinie (Verbindung der Kurstiefs bei 4,40 Euro und 7,20 Euro) begrenzt, wobei diese Trendlinie zurzeit bei 11,50 Euro liegt. Der beschleunigte Haussetrend, der im März 2023 bei 7,90 Euro startet, verläuft parallel zur steigenden 200-Tage-Linie (derzeit bei 16,20 Euro). Dessen Trendlinie liegt momentan bei 15,00 Euro. Die gute technische Gesamtlage deutet jetzt ein neues mittelfristiges Etappenziel im Bereich um 25,00 Euro an. Das langfristige technische Etappenziel sollte im Test der Widerstandszone um 28,50 Euro liegen. Die Deutsche Bank verfolgt zurzeit zusätzlich eine aktionärsfreundliche Geschäftspolitik. Das findet sich im neuen Aktienrückkaufprogramm und in der Dividendenpolitik wieder (Dividendenzahlung von 0,68 Euro vorgeschlagen; Hauptversammlung am 22. Mai 2025; Brutto-Dividendenrendite von 3,2 Prozent).

Deutsche Bank

Trotz der ansprechenden Gesamtlage sollte jede Position in der Aktie als Teil des Risikomanagements zwei Sicherungsstopps erhalten. Der tradingorientierte Sicherungsstopp bei dem Wert sollte bei 16,90 Euro positioniert werden, da ein Rückfall unter die alte Widerstandszone um 17,00 Euro, die jetzt als Unterstützungszone arbeitet, das kurzfristige technische Bild auf »neutral« zurückstellen würde. Darüber hinaus ist ein strategischer Sicherungsstopp bei 14,80 Euro leicht unterhalb des beschleunigten mittelfristigen Haussetrends sinnvoll. Dieser Stopp sollte in den kommenden Wochen parallel zur Haussetrendlinie Schritt für Schritt angehoben werden.